Archäologische Stätten & Museen

File 200Wie an keinem anderen Ort der Welt begegnet man auf Sizilien zahlreichen antiken Tempeln, Theatern und Heiligtümern und ist vielleicht überrascht, dass man hier weniger auf die für Italien übliche Hinterlassenschaft des Römischen Imperiums trifft, sondern vielmehr auf die der griechischen Kultur. Sizilien zusammen mit Unteritalien wurde als Magna Graecia, als Grossgriechenland bezeichnet, und war seit den ersten Einwanderern im 8. Jh. v. Chr. das wichtigste Gebiet der griechischen Welt ausserhalb des Mutterlandes. Beeindruckende Beispiele dieser Blütezeit sind die vortrefflich erhaltenen Tempel von Selinunt, Segesta, Syrakus und vor allem das Tal der Tempel in Agrigent. Monumentale, griechische Theater kann man in Taormina, in Syrakus und in Segesta sehen. Im archäologischen Park von Solunt treffen Sie auf eine Siedlung der Phönizier, der Dauerfeinde der Griechen, die später erst in den Punischen Kriegen von den Römern endgültig geschlagen werden konnten. Faszinierende Amphitheater der römischen Epoche sind in Syrakus und Catania zu finden. Der absolute Höhepunkt unter den römischen Sehenswürdigkeiten auf Sizilien ist die Villa Casale in Piazza Armerina, ein römisches Luxushaus, das mit seinen bemerkenswerten Mosaiken viel Wissenswertes über den adligen Besitzer preisgibt.

File 245In unserer Auswahl der Archäologischen Parks und Museen auf Sizilien konnte freilich nur ein Teil dargestellt werden, eine Auswahl der grössten und wichtigsten Standorte unter unzählig vielen. Denn da fast kein Fleck der Insel historisch unberührt blieb, lässt es sich auch der kleinste Ort nicht nehmen, Reste griechischer und römischer Siedlungen zu bewahren und deren Fundstücke in Ausstellungsräumen zu präsentieren. Zu diesen Orten zählen die Ausgrabungsstätten von Himera, Gela, Eraclea Minoa, Morgantina und Segesta, die neben unserer Auswahl ebenfalls wichtige kulturelle Zentren während der griechischen und karthagischen Kolonisation waren und für den kleinen Abstecher in Siziliens antike Geschichte sehr gut geeignet sind.

Hier noch ein paar praktische Informationen: Die archäologischen Ausgrabungsstätten öffnen generell 9 Uhr morgens und schliessen eine Stunde vor Sonnenuntergang. Dies bedeutet, dass die Schliesszeiten im Jahresverlauf unterschiedlich ausfallen. Am besten informieren Sie sich über die lokale Presse über die gegenwärtigen Zeiten des Sonnenuntergangs. Oder auch beim Verkehrs- und Touristenamt jeden Ortes (= Azienda di soggiorno e turismo) über aktuelle Öffnungszeiten. Viele Ausgrabungsstätten sind kostenlos, an einigen sollten Sie mit einem Eintrittspreis zwischen € 3,- und 4,50 rechnen.

Die archäologischen Museen von Syrakus, Palermo und Agrigent haben einen unglaublich hohen Bestand an antiken Exponaten, die in den Heiligtümern gefunden wurden. Auch für Besucher, die allzulange Museumsbesuche ermüdend finden, lohnt sich ein Streifzug insbesondere durch die Museen von Palermo und Agrigent, die in ehemaligen Klöstern untergebracht und von hinreissender Architektur sind. Die Galleria Regionale in Palermo, Siziliens umfangreichstes Kunstmuseum, macht Sie mit anderen wichtigen Epochen wie die der Normannen und der Araber vertraut, Werke bedeutender sizilianischer Künstler führen Sie in die Renaissance und den Barock. Im Volkskundemuseum in Palermo erfahren Sie schliesslich viel interessantes zu den Sitten und Bräuchen der Sizilianer des 19. und 20. Jh. Darunter ein umfangreicher Bereich zu den Opere dei Pupi, dem traditionellen Puppentheater, und den berühmten sizilianischen Karren, die sich in Bemalung und Schnitzerei von einem schlichten Gebrauchsgegenstand zu einem kunstvollen Exemplar etablierten.