Der Ätna (Etna)

File 308Der 3300 m hohe Vulkanberg Ätna, im Italienischen Etna oder auch Mongibello genannt, ist im wahrsten Sinne des Wortes Siziliens gewaltigste Sehenswürdigkeit. Gleichzeitig ist er Europas grösster und aktivster Vulkan. Hinsichtlich seiner Ausbrüche in der Vergangenheit gilt er sogar als aktivster Vulkan der Welt. Er liegt in der Umgebung der Städte Catania und Messina in der sogenannten "Messina-Verwerfung", eine weit unter der Erdoberfläche liegende tektonische Störungszone, die verantwortlich für den Vulkanismus sowie kleinere und grössere Erdbeben ist, wie dasjenige von 1693, das mehrere Städte Ostsiziliens in Schutt und Asche legte.

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Seit 1987 existiert ein Naturschutzpark für die Öffentlichkeit, der Parco dell´ Etna, mit rund 58 000 ha Waldfläche, die in ihren unterschiedlichen Höhenlagen die verschiedensten Vegetationsformen hervorgebracht hat. Der untere Landschaftsring lässt bis ca. 1500 m Zitrusfrucht-, Feigen-, Pistazien- und Olivenbäume gedeihen. Ausserdem werden auf grösseren Feldern Getreide und Wein angebaut. Darauf folgt bis ca. 2 000 m eine Waldzone mit Buchen, Eichen, Kiefern, Birken und Kastanien. Nach weiteren 500 m wachsen Sanddorn- und Wacholdersträuche, diverse Gräser, Moose und Flechten. Ab 2 500 m ist das Klima zu kalt, bis zu den 4 Kratern hinauf ist es kahl und der Gipfel erscheint fast zu jeder Jahreszeit schneebedeckt.

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Bis 2002 galt der Ätna als das grösste Skigebiet Europas, doch ein Ausbruch mit schweren Lavaströmen zerstörte die Seilbahn, die Touristen und Wintersportler bis 2 600 m nach oben transportierte, sowie die touristische Station Etna-Nord auf etwa 1 900 m Höhe. Heute kann der Ätna an seiner Südseite bis 3 000 m mit Bussen befahren oder erstiegen werden. Eine neu errichtete Seilbahn führt bis 2 500 m. Die Strada dell´ Etna ist der häufigste Weg, der von Besuchern bis zur Station Rifugio Sapienza auf knapp 2 000 m benutzt wird. Von hier aus gelangt man zum Gipfel und zur wissenschaftlichen Beobachtungsstation Osservatorio Vulcanologico auf 2 800 m Höhe. Die Station Rifugio Sapienza ist der Ausgangspunkt für weitere Ausflüge Richtung Gipfel und den viel bestaunten Hauptkrater. Neben Parkplätzen (kostenpflichtig), einem Hotel, Restaurants und Souvenirläden bieten Tourguides von hier aus private Führungen an, man kann sich aber auch allein mit dem Geländebus, zu Fuss oder auf dem Mountainbike zur Spitze aufmachen. Für Wanderungen werden eine gute körperliche Kondition und warme Kleidung vorausgesetzt.