Dom von Monreale

File 311Das kleine Städtchen Monreale liegt gerade mal 10 km südlich von Palermo in der Provinz Palermo am Hang des Monte Caputo und beherbergt eines der imposantesten Denkmäler Siziliens – den grossartigen Dom inklusive vollständig erhaltenem Kreuzgang. Nicht nur das Äussere, sondern vor allem der durch und durch mit Mosaiken (mehr als 6 000 m²) auf Goldgrund gestaltete Innenraum machen die Kathedrale zu einer einzigartigen historischen Sehenswürdigkeit, die in ihrem mittelalterlichen Zustand vortrefflich erhalten ist. Als eines der jüngsten Beispiele für die Symbiose byzantinischer, arabischer und normannischer Architektur verkörpert der Dom zu seiner Zeit ein letztes Vermächtnis fremden Kultureinflusses auf Sizilien.

File 452

Entstanden ist er einst um 1172 unter Wilhelm II., der mit der Kathedrale, einem Kloster, einem Erzbischofspalast und einem Königspalast einen geschlossenen sakral-fürstlichen Komplex auf der Höhe des Monte Caputo schuf, zu dessen Füssen sich die Stadt Palermo ausbreitete. Die prächtige Repräsentation stand in Konkurrenz zu Palermo und dessen Erzbischof Walter of the Mill, durch den sich Wilhelm II. in seiner Macht als König von Sizilien eingeschränkt fühlte. Das Kloster wurde den Cluniazensern, dem mächtigsten Zweig des Benediktinerordens, übergeben. Von diesem fürstlichen Gebäudekomplex ist heute nur noch der Dom und der Kreuzgang erhalten geblieben, letztgenannter sollte als entspannender, historischer Ort der Stille unbedingt mitbesucht werden.

Der voluminöse und festungsartige Baukörper und die glatten, fast auf plastischen Dekor verzichtenden Aussenwände des Doms sind Elemente der normannischen Architektur aus dem Norden Europas. Die spitz zulaufenden Bögen, die der Aussenwand rundherum vorgeblendet sind und die kunstvoll in zwei Farben gehaltenen Einlegearbeiten der Bögen (Intarsien) verweisen eindeutig auf arabische Einflüsse. Die Goldgrundmosaiken im Innenraum stehen in byzantinischer Tradition. Die vielen Fenster sorgen für eine weitreichende Ausleuchtung der Mosaiken. Interessant ist, dass sonst kein anderer Dekor wie Nischen und Skulpturen den Innenraum bestimmen, sondern einzig allein die Mosaiken mit ihrer hochwertigen Farbigkeit auf intensivem Goldgrund die Wirkung des Innenraums bedingen. Äusserst anschaulich können Sie hier Ihr Bibelwissen auffrischen – viele Episoden des Alten und Neuen Testaments werden erzählerisch an den Wänden und im Deckengewölbe wiedergegeben.

Ein weiterer Schatz des Doms sind die einst wie Gold glänzenden Bronzetüren, eine Arbeit des Bonnanus von Pisa aus dem Jahr 1186. In 42 Kassetten finden wir auch hier Geschichten aus dem Alten und Neuen Testaments. Der kostbare Eindruck der Bronzetüren wurde einst noch durch Silberapplikationen gesteigert – oftmals bestimmten die Künstler dann selbst wie oft und mit welchen Mitteln ihre hochwertigen Metallarbeiten gereinigt werden sollten.