Filicudi

File 275Das Inselchen Filicudi bildet zusammen mit dem noch kleineren Alicudi die westliche Peripherie der Liparischen Inseln. Drei erloschene Vulkankegel bilden die Erscheinung von Filicudi, auf dessen 9,5 km² Fläche rund 500 Menschen leben. Der höchste Vulkan Monte Fossa delle Felci erstreckt sich bis zu 775 m, der Montagniola über 382 m und der Torrione über 280 m. Die Bewohner siedeln überwiegend in der Hafengegend Filicudi Porto und Pecorino, sowie im Örtchen Valdichiesa im hügeligen Landesinneren. Valdichiesa hat eine hübsche Barockkirche aus dem 17. Jht.

Die Abgeschiedenheit und geringe Grösse von Filicudi hat ihr jede Ursprünglichkeit bewahrt. Das Wasser des Thyrrenischen Meeres ist hier am saubersten und bringt reichhaltig Fische und Krustentiere hervor. Besucher von Filicudi geniessen hier gerne Tauch- und Schnorchelausflüge – in der unberührten Unterwasserwelt tummeln sich Langusten, Zackenbarsche, Tintenfische und unzählige Muscheln. Die heimischen Fisch- aber auch Kräutersorten wie Thymian, Rosmarin oder Lorbeer werden traditionell zu leckeren Gerichten verarbeitet. Auch darf hier das lokal produzierte Olivenöl und die Kapernpflanze in all ihren Variationen nicht fehlen. Neben einfach nur Relaxen, gehören auch Wanderungen mit Pflanzenkunde und Vogelbeobachtungen zu den passendsten Unternehmungen auf Filicudi. Im Herbst sind die Bedingungen für das Windsurfen optimal. Einige Extremkletterer fühlen sich von den Felsformationen um Filicudis Nordosten angezogen, darunter gilt die Klippe La Canna als besondere Herausforderung. Berühmt ist Filicudi ausserdem für seine Grotten, darunter ist die Grotta del Bue Marino im Westen der Insel die schönste.

Auch kulturell hat das Eiland etwas zu bieten – zum Einen ist Filicudi mit über 1 Million altem Lavagestein die älteste unter den Liparischen Inseln, zum Anderen wurden auf dem Capo Graziano im Südosten Überreste einer bronzezeitlichen Siedlung ausgegraben, die mit ihren 20 Rundbauten und Resten von Gebrauchskeramik in die Zeit zwischen 1700-1400 v. Chr. datiert wird. Die Kultur der Eoli, der ersten Menschen auf den Liparischen Inseln (daher auch der Name Äolische Inseln) wurde mit dieser Siedlung namensgebend für die ganze Inselgruppe. In den Gebirgsausläufern des Montagniola sind zudem griechische Inschriften zutage gekommen. Neben den Griechen, liessen sich hier auch die Römer nieder. Zeugnisse dieser Besiedlung sind noch einige römische Wohnhäuser, die in der Nähe des Hafens freigelegt wurden sowie nicht wenige christlich-byzantinische Felsgräber aus der Spätantike.