Geschichte

 Jahr

  Ereignis

Paläolithikum

Um 35 000 v. Chr.

 

Früheste Funde sind die Höhlenmalereien an der Nordküste Siziliens in den Grotten bei S. Teodoro.

Neolithikum

Um 5000 - 4000

 

Funde wie Keramik und Steinwerkzeuge an der Ostküste Siziliens und auf den Liparischen Inseln zeugen von Menschen, die sesshaft wurden. Die ehemaligen Jäger und Sammler kultivieren Ackerbau und Viehzucht.

Kupferzeit

Um 3000

 

Den Nordwesten der Insel bewohnt die Conca-D´Oro-Kultur, deren Keramik von einfachen geometrischen Mustern gekennzeichnet ist.

Bronzezeit

Um 2000

 

Gräberfunde verschiedener bronzezeitlicher Kulturen dokumentieren erstmals eigenständige sizilische Kulturen, die sich voneinander abgrenzen. 

 Um 1500 Die ersten Ureinwohner Siziliens sind die Sikaner, die Sikuler in der Umgebung von Agrigent und die aus Kleinasien eingewanderten Elymer im Westen Siziliens.

Geometrische Zeit

Um 900

 

Von der Levante-Küste kommen die Phönizier, die grosse Seefahrer und Händler waren. Ihre Besetzung des Westens Siziliens aber auch anderer Küstenregionen von Kleinasien bis zum Gibraltar trug essentiell zum Austausch und zu Handelsbeziehungen zwischen den Mittelmeervölkern bei.

Archaische Zeit

Um 800 – 700

 

Beginn der griechischen Kolonisation: Aufgrund wirtschaftlicher Missstände, Überbevölkerung und Abenteuerlust wandern Griechen zuhauf aus ihrem Mutterland in den Westen aus. Sie besiedeln Unteritalien sowie den Osten und Süden Siziliens. Entstehung der Polis (Stadtstaat). Seit der Niederlassung der Phönizier an der West- und Nordküste und der Griechen an Ost- und Südküste wird die indigene Bevölkerung ins Landesinnere verdrängt.

Um 600 – 500 Regierungsform der griechischen Städte auf Sizilien ist die Tyrannis, in der ein Tyrann zugunsten des verarmenden Volkes die Herrschaft weniger immer reicher werdender Adliger (Oligarchie) kontrolliert. Die Adelsgesellschaften prunken mit Reichtum und es entstehen mächtige dorische Tempel und Theater, auch die Tyrannenhöfe entwickeln sich zu kulturellen Zentren.

Klassische Zeit

480

 

Schlacht bei Himera, bei der die Griechen die im Westen Siziliens lebenden Karthager (= Phönizier, die in Karthago (heute Tunesien) einst ihren Hauptstützpunkt gründeten) besiegen. Im 5. Jh. v. Chr. können einige Tyrannen vom Volk vertrieben werden und es entsteht die Demokratie, bei der nun nicht mehr ein einzelner herrscht, sondern die Bürger selbst (Frauen, Sklaven und die aus der Fremde stammenden Metöken ohne Bürgerrecht gehörten nicht dazu) in der Volksversammlung, dem obersten Organ der Demokratie, Beamte wählen, Bauvorhaben verabschieden und politische Beschlüsse treffen. 

 409 Zerstörung der griechischen Städte Selinunt und Himera durch die Karthager. In den folgenden Jahren wird auch Agrigent, Gela und Camarina weitestgehend zerstört.

Späte klassische/ hellenistische Zeit

Um 400 – 264 

 

 

Während die griechischen Städte zunehmend verfallen, bleibt allein Syrakus stark, wird erneut von einem Tyrannen (Dionysios I., nachfolgend Agathokles) regiert und entwickelt sich zur Hegemonialmacht auf Sizilien. Am Ende des 4. Jh. bestimmt Alexander der Grosse mit seinen Eroberungszügen den gesamten Mittelmeerraum, Ägypten und asiatischen Raum. Sizilien bleibt von den grossen hellenistischen Königreichen des Alexanderreiches unberührt, gerät in Vergessenheit und erfährt erst in römischer Zeit wieder Bedeutung.

Römische Zeit

264 – 241 

 

Während des 1. Punischen Krieges vertreiben die Römer die Karthager von Sizilien, zerstören deren Städte Akragas (Agrigent), Panormos (Palermo) und Selinunt. Ab da wird Sizilien mit Ausnahme von Syrakus, dessen König Hieron II. Rom aber treu bleibt, römisches Gebiet.

212 Der römische Feldherr Marcellus nimmt Syrakus ein, das inzwischen von Anhängern Karthagos besetzt war. 
218 – 201  2. Punischer Krieg, währenddessen Sizilien als erste römische Provinz deklariert wird. Sizilien erhält einen Statthalter (Prätor) und 2 Finanzbeamte (Quästoren). Der Zehnte der Getreideernte geht an Rom, wodurch Sizilien zur Kornkammer des Römischen Reiches wurde.
Um 139 – 132 Nachdem im 2. Jh. v. Chr. viele Sklaven nach Sizilien gebracht wurden, kommt es zum ersten grossen Sklavenaufstand, dem ersten des Römischen Reiches überhaupt. Die Sklaven können das Landesinnere besetzen, werden jedoch von den Römern besiegt, mehrere Tausend sind danach hingerichtet worden.
Um 104 – 100  Zweiter Sklavenaufstand, der ebenfalls von den Römern überwältigt wird. 
44 – 36  Sextus Pompeius ist Statthalter auf Sizilien, bemächtigt sich mehrerer Inselflotten und stoppt die Getreidefuhr nach Rom. Bei Naucholos und Mylae wird er schliesslich 36 v. Chr. von Octavian geschlagen.
30/ 31 Schlacht bei Actium, Octavian wird erster römischer Kaiser Augustus. Sizilien wird nun einem Prokonsul unterstellt, der Zehnte des Getreides abgeschafft und durch Geldabgaben ersetzt.
200 – 313 n. Chr.  Auch in Sizilien breitet sich das Christentum immer mehr aus, insbesondere nach dem Toleranzedikt Konstantins des Grossen 313 n. Chr. Antike Tempel werden in christliche Kirchen umgebaut.

Vandalen

468 – 476 

 

Im Zuge der Völkerwanderung wird Sizilien von den Vandalen besetzt.

Ostgoten

476 – 535 

 

Ostgotenherrschaft auf Sizilien. 

Byzanz

535

 

 

Sizilien steht unter byzantinischer Herrschaft. Unter Justinian I. werden Teile des Weströmischen Reiches zurückerobert, General Belisarius erkämpft Sizilien.

Araber

827

 

 

Beginn der arabischen Invasion auf Sizilien. Die Kirchen in den eroberten Städten werden in Moscheen umgewandelt. Sizilien blüht unter den Arabern auf, der Handel floriert, es entstehen neue Bewässerungstechniken und neues Pflanzengut wird gesät (u. a. Zitronen, Orangen, Baumwolle, Dattelpalmen, Maulbeerbäume, Pistazien). Palermo wird im 9. Jh. zur wichtigsten Stadt und löst Syrakus ab.

Normannen

1060 – 1091 

 

Normanneneinfall in Sizilien. Die letzte arabische Stadt Noto fällt um 1091. 

1101 – 1154 Der Normannenkönig Roger II. regiert in Sizilien und löst seinen Vater Graf Roger I. ab. Das Herrschaftsgebiet der Normannen beinhaltet nun auch ganz Unteritalien.
1139 Roger II. wird von Papst Innozenz II. zum König von Sizilien gekrönt.

1154 – 1166

König Wilhelm I. ("der Böse")

1166 – 1189

Letzter normannischer König Wilhelm II. ("der Gute"), der nach seinem Tod keinen leiblichen Erben hinterlässt.

Staufer

1194 – 1197

 

Beginn der Herrschaft der Staufer auf Sizilien, einer Dynastie ursprünglich aus Schwaben. Erster Regent ist Heinrich VI., ein Sohn und Nachkomme Kaiser Friedrich Barbarossas. Wilhelm II. hatte vor seinem Tod vorsorglich die Tochter Roger II. Konstanze mit Heinrich VI. verheiratet.

1198 – 1250 Unter der Herrschaft Kaiser Friedrich II., Sohn Heinrich VI. und Konstanzes, verlagert sich der Regentensitz auf das Festland. Friedrich II. lässt die Gesetzessammlung "Liber augustalis" verfassen, die bis in das 19. Jh. für Sizilien und Unteritalien Gültigkeit behält.
1250 – 1254 Friedrich II. Sohn Konrad regiert das Königreich Sizilien.
1258 – 1266 Nachfolgender Regent ist Konrads Bruder Manfred.
1266 Schlacht von Benevent: Der vom französischen Papst Clemens IV. begünstigte Landsmann Karl von Anjou, ein Bruder des französischen Königs Ludwig IX., besiegt den letzten Stauferkönig Manfred.

Anjou

1268 – 1282

 

Karl von Anjou ist König von Sizilien. Er errichtet einen ergebnisreichen Verwaltungsapparat, der von der Bevölkerung hohe Steuern abverlangt.

1282 Sizilianische Vesper: Aufständische in Palermo vertreiben Karl von Anjou. Den Anjou gehört nun noch das Königreich Neapel.

Aragon

1282 – 1285

 

Der Spanier Pedro III., König von Aragon und ein Verwandter des Hauses Hohenstaufen, regiert die Insel. In den folgenden Jahrhunderten beherrscht das Haus Aragon Sizilien, regiert von der Iberischen Halbinsel aus.

1296 – 1337 Friedrich III. von Aragon.
1392 – 1409 Martin I.
1416 – 1458 Alfons I.
1497 – 1516 Ferdinand II.
1504 Ferdinand II. wird neben König von Sizilien auch König von Neapel.

Habsburg (Spanien)

1516 – 1556

 

 

Kaiser Karl V. aus dem Haus der Habsburger regiert Sizilien.

1556 – 1598 Philipp II.
1621 – 1665

Philipp IV., unter dessen Herrschaft 1647 ein Volksaufstand in Palermo niedergeschlagen wird.

1665 – 1700

Karl II. Ein erneuter Aufstand gegen die spanische Vorherrschaft in Messina um 1674 bleibt erfolglos.

Savoyen

1713 – 1720

 

Durch den Spanischen Erbfolgekrieg geht Sizilien 1713 an das Haus Savoyen (Piemont). Viktor Amadeus II. regiert.
 

1720 – 1734 Die Savoyen treten Sizilien an die Habsburger (Österreich) unter Kaiser Karl VI. im Tausch gegen Sardinien ab.

Bourbonen (Spanien)

1734 – 1759

 

 

Nach Eroberungszügen geht Sizilien erneut an die Spanier und wird von Karl III. regiert. Das Königreich Neapel wird wieder an Sizilien gegliedert, Residenzstadt der vereinten Königreiche "Beider Sizilien" war Neapel.

1759 – 1825 Ferdinand III. Um 1806 erobert Napoleon Bonaparte Neapel, Ferdinand III. zieht sich nach Sizilien zurück.
1816 Ferdinand III. erobert Neapel zurück und wird als Ferdinand I. König "Beider Sizilien".
1825 – 1830 Franz I.
1830 – 1859 Ferdinand II.
1848 – 1849

Sizilische Revolution. Bürgerliche Revolutionen in Paris, Wien und Berlin streben gegen die Vorherrschaft der miteinander verbündeten Herrscherhäuser in ganz Mitteleuropa.

1859 – 1860 Franz II.
1860 Zug der Tausend: Der Guerillakämpfer Giuseppe Garibaldi nimmt mit seinen Truppen Sizilien ein.

Monarchie Italien

1861 – 1878

 

Sizilien wird mit dem neuen Königreich Italien vereinigt. Erster italienischer König ist Viktor Emanuel II.

1866 Aufstand von Palermo: Die neue bürgerliche Macht begünstigt den Handel und die Industrie, Sizilien mit dem Schwerpunkt der Landwirtschaft war davon schwer benachteiligt. Der Aufstand wird niedergeschlagen und die Kluft zwischen dem Norden und Süden Italiens weitet sich über die Jahre immer mehr aus. Während die Industrie im Norden floriert, gerät der Süden in Vergessenheit. Ende des 19. Jh. startet die grosse Auswanderungswelle nach Amerika, darunter beträchtlich viele Sizilianer.
1878 – 1900 Umberto I.
1900 – 1946 Viktor Emanuel III.
1922 – 1943 Benito Mussolini Ministerpräsident im faschistischen Italien. Erste Versuche die in Sizilien aufstrebende Mafia mithilfe des italienischen Präfekten und Senators Cesare Mori zu bekämpfen.
1943 Während des 2. Weltkrieges kämpft Italien auf Seiten Deutschlands. Die Alliierten erobern Sizilien, Mussolini tritt zurück, die italienische Regierung kapituliert. Die neue Regierung unter Pietro Badoglio schliesst in Cassibile (Sizilien) einen Waffenstillstand mit den Alliierten.

Republik Italien

1946

 

Die Republik Italien wird ausgerufen und Sizilien erhält den Status einer autonomen Region.

1950 Die "Cassa per il Mezzogiorno" wird gegründet und dient der wirtschaftlichen Erschliessung und Förderung Süditaliens. Sizilien bleibt weiterhin wirtschaftlich schwach, viele Menschen wandern nach Norditalien und Amerika aus. In den 1950er werden viele italienische Gastarbeiter nach Deutschland gerufen.
1982 Der Präfekt von Palermo Carlo Alberto dalla Chiesa wird von der Mafia ermordet. Diese Aktion offenbart erneut die Schwäche der italienischen Regierung, die gegen sie korrumpierende und auf Sizilien mit Gewalt vorherrschende Mafia zu bekämpfen.
1986/ 87 Mammutprozess gegen das Verbrechersyndikat Cosa Nostra. In einer historischen Prozessfolge in den 80er und 90er Jahren werden hunderte Mitglieder der sizilianischen Cosa Nostra verhaftet. Engagierte und berühmte Kämpfer gegen die Mafia waren der Untersuchungsrichter Giovanni Falcone und der Kronzeuge Tommaso Buscetta, früher sizilianischer Mafioso Don Masino, der in ein umfangreiches amerikanisches Zeugenschutzprogramm mit neuer Identität und neuem Aussehen durch chirurgische Eingriffe im Gesicht, aufgenommen wurde.
1992

Die Mafia bleibt ein grosses Problem, sie agiert weiter mit Attentaten auf Politiker, Richter und andere Personen der italienischen Staatsgewalt.