La Zisa Palermo

File 323Im Parco Reale, dem ehemaligen königlichen Park im westlichen Teil Palermos (Parco Nuovo) entstand einst unter den Normannenkönigen ein grossangelegtes Landschaftsareal, das dem adligen Zeitvertreib der Jagd dienen sollte und mit künstlichen Seen, Brunnen, Schlössern bzw. Sommerpalästen ausgestattet wurde, von denen heute nur noch wenige erhalten sind. Eine solch luxuriöse Sommerresidenz ist das Castello La Zisa, 1165 durch Wilhelm I. begonnen und nur ein Jahr später in seinem Todesjahr durch seinen Sohn Wilhelm II. fertiggestellt. Mit ihm entstand eines der schönsten Denkmäler arabisch-normannischen Stils. Nach dem Herrschaftsende der Araber vieler Teile Siziliens ist ein grosser Teil der arabischen Bevölkerung auf der Insel geblieben, so dass Bereiche ihrer Kultur auch später noch Einfluss fanden.

Im Zentrum des Parks gelegen, spiegelte sich der Kubus der La Zisa (arab. aziz = glanzvoll) einst in einem ihr vorgelagertem Wasserbassin. Einzigartig in seiner Bauweise war der Palast für die heissen Sommermonate gedacht, die wenigen Fenster und Öffnungen in der mit Blendbögen verzierten Fassade dienten der ständigen Zufuhr von Frischluft und deren Zirkulation. Die Eingangsseite wurde nach Nordosten ausgerichtet, um die frischen Winde vom Meer zu nutzen und der Luft gleichzeitig mit dem Wasserbassin genügend Feuchigkeit zu verschaffen.

Der Bau hat drei Stockwerke – lediglich die zierlichen Simsleisten am Aussenbau lassen dies erahnen – und ist in 6 Gemächer aufgeteilt. Durch den Haupteingang betritt man ein grosszügig angelegtes Vestibül, dem damaligen Empfangsraum für Besucher. Gegenüber des Eingangs befindet sich ein islamischer Paradiesbrunnen, dessen Wasser über eine schräge Marmorplatte in einen davorliegenden Wasserkanal im Boden floss, und der am Aussenbau schliesslich in dem grossen Wasserbassin mündete. Der Wasserkanal verläuft genau in der Mittelachse des Baus. Während der grossen Pestepidemie um 1624 auf Sizilien diente der Kubus als Lager für konterminierte Gegenstände. 1635 erwarb die Adelsfamilie De Sandoval den Palastbau, ihrem Zeitgeist entsprechend veränderten sie diesen mit barocken Elementen. Seit den 1950er Jahren wurde der Bau aufwendig in seinem mittelalterlichen Originalzustand restauriert. Heute ist im ersten Stock der La Zisa das Museum für Islamische Kunst auf Sizilien untergebracht (Eintritt € 3,- / Geöffnet: Mo-Fr 9-13 und 15-19 Uhr, Sa-So 9-12 Uhr).