Lipari

File 278Lipari ist die grösste und am dichtesten bewohnte Insel der Liparischen Inseln oder Äolischen Insel, wie sie auch genannt werden. Die Inselgruppe erfasst 7 kleine Inseln, alle ausser Salina, die fruchtbarste und grünste darunter, gehören zur Gemeinde Lipari. Sie sind vulkanischen Ursprungs, im eigentlichen Sinne bilden sie die aus dem Meer herausragenden Spitzen der über 2000 m tief im Ozean gelegenen Vulkanberge.

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Wie Sizilien wurden auch die Liparischen Inseln von den griechischen Kolonisten besetzt (Ende 6. Jh. v. Chr.). Aber auch schon in der Frühzeit, seit dem 5. Jt. v. Chr. war Lipari bewohnt, denn die geografische Lage der Inseln bildete seit jeher eine wichtige Handelsroute für die Schifffahrt. Zudem bauten schon die frühesten Bewohner Obsidian ab, ein vulkanisches Gesteinsglas, das vor dem Gebrauch von Metall zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen diente. Auch heute noch ist der Obsidianabbau (Herstellung von Bimsstein) neben dem Tourismus die wirtschaftlichste Einnahmenquelle. Ab dem 3. Jh. v. Chr. war auch Lipari römisch, insbesondere in der Zeit der Punischen Kriege bedienten sich die Römer aller Inseln vorzugsweise als militärische Stützpunkte.

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Erhaltene Reste der griechischen Akropolis findet man in der sich auf einem hohen Felsvorsprung erstreckenden Altstadt Liparis. Diese sind im 16. Jh. von den Spaniern in einer stolzen Festungsanlage verbaut worden. Innerhalb der Festungsmauer befinden sich heute die Kathedrale S. Bartomeo, die Kirchen S. Maria Addolorate und S. Maria Immacolata. Den grössten Teil der Festungsburg nehmen die Räume des Archäologischen Museums ein (Eintritt frei), das sehr anschaulich und chronologisch mit Keramikfunden der Frühzeit Liparis die unterschiedlichen Kulturen vor dem Eintreffen der Griechen dokumentiert. Ausserdem gibt es eine geologische Abteilung, die den Aufbau der Insel und den Vulkanismus erläutert, sowie eine Abteilung für Unterwasserarchäologie mit Gegenständen, die in Schiffswracks auf dem Meeresboden rund um die Insel entdeckt wurden. Darunter bilden 2 Handelsschiffe aus dem 3. Jh. v. Chr., die auf dem Weg nach Nordafrika Schiffbruch erlitten, die reichhaltigsten Schätze. Weiterhin erläutern Funde, die als Grabbeigaben in Nekropolen geborgen wurden, die verschiedenen Bestattungsriten von der Frühzeit bis zur römischen Epoche.

Sehenswürdigkeiten Liparis sind zudem das archäologische Areal ausserhalb der Stadt und alle Mal die vulkanische Landschaft der Insel an sich, die sich wunderbar mit Wanderungen erkunden lässt. Von der Altstadt aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Hafenbuchten und die umliegenden Inseln, ein besonderer Belvedere ist der "Quattrochi", von dem man einen herrlichen Ausblick auf die Nachbarinsel Vulcano hat. Lipari ist schon seit einiger Zeit touristisch erschlossen, wegen seiner rauhen Westküste und seiner malerischen Strände an der Norküste allseits beliebtes Ziel, doch ist sie nicht überlaufen und bietet jedem Urlauber unvergessliche Landschaftsbilder, tolle Restaurants mit reichhaltigem Angebot des lokalen Fischfangs sowie viele kleine Lädchen und Boutiquen mit u. a. hübschen Kunstgegenständen aus Terrakotta.