Museo Archeologico Regionale Agrigento

File 131Das archäologische Regionalmuseum von Agrigent befindet sich inmitten des archäologischen Parks in einem Zisterzienser Kloster namens S. Nicola aus dem 13. Jh. und zählt mit zu den schönsten Museen Siziliens. Der Eingang führt durch den mittelalterlichen Kreuzgang, an dessen Seiten sind antike Sitzbänke aufgestellt. Gegründet wurde das Museum 1968 und zeigt (zum besseren Verständnis des Besuchers) nur Funde aus dem antiken Akragas und dessen Umgebung.

Begonnen wird mit einem topografischen Modell des antiken Stadtgebietes, sowie der Kennzeichnung der wichtigsten archäologischen Projekte der Vergangenheit. Die Exponate des Museums reichen in übersichtlicher Aufstellung von der Frühgeschichte Agrigents und Umgebung bis zur Eingliederung in das Römische Reich. Gleich im ersten Bereich des Museums findet sich auf dem Boden einer Schale des 7. Jh. v. Chr. die älteste bekannte Abbildung der Triskele (griech. triskeles=dreibeinig), der dreibeinigen Figur, die seit der Antike Symbol und noch heute das Wappen Siziliens ist.

Eine besonders stattliche Sammlung von Agrigent ist die der attischen Vasen, die im 6. und 5. Jh. v. Chr. zu den beliebtesten Importwaren im gesamten Mittelmeerraumes gehörten. Chronologisch aufgebaut vermitteln die figürlichen Abbildungen auf den Amphoren und Krateren die stilistische Entwicklung der Vasenmalerei des 5. Jh. v. Chr. Interessant zu beobachten ist der Drang nach perspektivischen Darstellungen – wie auch in der Skulptur experimentierten die Künstler nun kühn mit neuen Ansichten des menschlichen Körpers und versuchten dies durch perspektivische Verkürzungen wiederzugeben. Weiterhin werden auch Keramikprodukte italischer Werkstätten gezeigt, darunter hatten sich die Schulen aus Kampanien, Apulien und Lukanien am stärksten etabliert.

Zu den schönsten Funden des Zeus-Olympia-Tempels in Agrigent gehören die Skulptur eines knienden Kriegers (5. Jh. v. Chr.) und die überlebensgrosse Stützfigur eines Telamons. Ein weiterer Höhepunkt ist die Marmorskulptur eines Epheben (480 v. Chr.) und ein Kindersarkophag aus wertvollem Alabaster. An 3 Seiten zeigt er Reliefs, die vom Leben des Kindes erzählen. Auf der Frontseite sind die trauernden Eltern am Krankenbett des Kindes dargestellt, voller Hoffnung scheinen sie einem letzten Arztbesuch entgegenzutreten. Zahlreiche weitere griechische Vasen schwarz- und rotfiguriger Malerei, römische Bodenmosaiken, Architekturteile der Tempel wie die vielen Wasserspeier in Form eines Löwenkopfs sowie kleine Weihgeschenke wie Statuetten von weiblichen Gottheiten, Öllämpchen, Tierfiguren und Gorgonen runden das Ausstellungsrepertoire zu Agrigent und Umgebung ab.