Museo Archeologico Regionale Antonino Salinas Palermo

File 134Das archäologische Museum von Palermo besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen ganz Italiens und ist sicherlich das schönste Museum Siziliens. Untergebracht ist es in dem ehemaligen Kloster S. Philippo Neri, das wie die angrenzende Kirche S. Ignazio all´Olivella im 16. Jh. erbaut wurde. Gewidmet ist das Museum dem Archäologen und Numismatiker Antonino Salinas, der von 1873 bis 1914 hier Direktor war und nach seinem Tod u. a. seine gewaltige Münzsammlung von 6000 Exemplaren dem Museum vermachte.

Im Erdgeschoss beginnt der Rundgang in einem kleinen Kreuzgang mit Fundstücken der Unterwasserarchäologie, darunter zahlreiche antike Ankern, die sehr interessant die Entwicklung von einfachen Steinankern über römische Bleianker bis hin zu mittelalterlichen Eisenankern aufzeigen. Von diesem Kreuzgang gehen 2 Ausstellungsräume ab, die Funde ägyptischer und phönizischer Provinienz zeigen. Darunter monumentale Sarkophage und Grabstelen, die stilistisch griechischen Einfluss zeigen, aber dennoch phönizischen Charakters sind, aber sehr interessant vermitteln wie sehr sich die antiken Völker trotz regelmässiger, kriegerischer Konflikte untereinander handwerklich und künstlerisch beeinflussten.

Der zweite und grössere Kreuzgang ist der römischen Epoche gewidmet – herrlich lässt es sich an den Skulpturen, Sarkophagen, kleineren Bauelementen und Inschriftentafeln unter den Arkaden entlang flanieren. Den ausgiebigsten Teil des Museums bilden die Funde aus Selinunt. Im Ettore-Gabrici-Saal erhebt sich eine sehr anschauliche Rekonstruktion des tönernen Giebelschmucks von Tempel C (560 v. Chr.). Spuren antiker Farbgebung daran wie auch die des hier zu sehenden Tempel B (4. Jh. v. Chr.) entfachten im 19. Jh. unter Wissenschaftlern erstmals die Diskussion, ob die Bauten der Antike klassisch weiss oder doch sehr auffällig in rot, blau, weiss usw. bemalt waren. Im Saal von Selinunt sind die Metopen der Tempel von Selinunt ausgestellt, deren Darstellungen Geschehnisse im Leben der griechischen Götter Herakles, Zeus, Hera, Athena usw. erzählen. Sie gehören zu den wichtigsten archäologischen Funden überhaupt, u. a. weil sie in einer Zeitspanne von ca. 650 bis 480 v. Chr. sehr anschaulich verdeutlichen, das die stilistische Entwicklung zur plastischeren, realistischeren Darstellung von Figuren eines der Hauptanliegen griechischer Bildhauer war.

Ein weiteres Juwel des Museums ist die Etruskische Sammlung, die ausserhalb der Toskana (antikes Gebiet Etruriens) die grösste ihrer Art ist. Insbesondere die typisch etruskische Buccherokeramik verblüfft mit ihrem ganz andersartigen Aussehen als griechische Keramik. Bucchero ist eine schwarze Tonfarbe, die nach dem Brennen auffällig glänzt und in Etrurien benutzt wurde, um hochwertige Metallgefässe zu imitieren.

Im ersten Stock befindet sich neben einer aussergewöhnlichen, chronologischen Sammlung sizilischer, meist weiblicher Terrakotten auch der Bronzesaal, dessen grandiosestes Stück ein lebensgrosser Bronzewidder (4. Jh. v. Chr.) ist. Er gilt als Meisterwerk der griechischen Tierdarstellung und wird wegen seiner lebendigen Darstellung der Schule des berühmten Bildhauers Lysipp zugeschrieben.

Im zweiten Stock begegnet man einer reichhaltigen Sammlung griechischer, aber auch italischer Vasen. Zudem beschäftigt sich eine grosse Sammlung mit der Frühzeit Siziliens, darunter interessante Kopien prähistorischer Höhlenmalereien, deren Originale von ca. 15 000 v. Chr. in einer der Grotten des Monte Pellegrino nur schwer zu besichtigen sind.

Leserbeiträge

Archäologisches Museum Palermo geschrieben von Jann B. (nicht überprüft)
Ich war 3 Wochen in Sizilien geschrieben von Gast (nicht überprüft)