Pantelleria

File 284Pantelleria ist die grösste unter den Tochterinseln Siziliens und liegt mit 100 km auch am weitesten entfernt. Nur ganze 70 km trennt sie vom afrikanischen Kontinent. Pantellerias Geschichte ist beinah kontinuierlich verwoben mit der der Mutterinsel und so wurde es ebenso häufig von fremden Kulturen besetzt, insbesondere bot seine geografische Lage in der Strasse von Sizilien immer wieder strategische Vorteile. Der Name Pantelleria kommt aus dem Arabischen und hat die poetische Bedeutung "Tochter der Winde". 

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Im 6. Jh. v. Chr. war Pantelleria erster und wichtigster militärischer Stützpunkt der Phönizier aus Karthago. Da die Insel keine eigene Süsswasserquelle besitzt, sammelte man das Regenwasser in Zisternen. Viele davon sind heute noch auf der ganzen Insel verteilt, zwischen den Hügelkuppen des Monte S. Marco und Monte S. Teresa sind noch 3 monumentale, in ihrer runden Form hervorragend erhaltene Zisternenen punischen Ursprungs (Dammuso) zu bestaunen. Dort in dem Bereich sind auch Reste einer gewaltigen und aufwendig gemauerten Terrassier- und Befestigungsanlage zu Tage gekommen, in der u. a. römische Mosaikfussböden geborgen wurden. Die Bauform der steinernen Dammusi übernahmen die Römer und erweiterten diese mit einer Kuppel, was ihnen ermöglichte noch mehr Wasser für die Insel zu sammeln. Das ganze Gebiet der antiken Akropolis läuft unter dem Namen Parco Archeologico delle Antiche Capitali di Pantelleria und ist täglich ab 9 Uhr zu besichtigen.

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Im Zentrum der Insel erhebt sich der 836 m hohe Vulkanberg Montagna Grande, der mit seinen mehrere Jahrtausende zurückliegenden Erruptionen die Insel geformt und damit im Osten eine steile und rauhe Felsküste schuf. Gleichzeitig hinterliess der Vulkanismus noch einige Fumarolen und heisse Quellen, die bei Entspannung suchenden Touristen sehr beliebt sind. Die bekannteste Thermalquelle ist der Binnensee Specchio di Venere (Spiegel der Venus), der schon weit länger existiert als die mythologische Erzählung, in der die Göttin der Liebe und Schönheit regelmässig hierher gekommen sein soll um ihr Spiegelbild im klaren Wasser des Sees zu begutachten.

Der Vulkanismus beschenkte Pantelleria auch eine opulente Vegetation. Es gibt Pflanzen- und Kräuterarten, die nur hier in ihrer natürlichen Umgebung üppig gedeihen können. Seit langem werden empfindlichere Pflanzen aber auch Zitrusbäume mit hohen Trockenmauern vor den Winden auf Pantelleria geschützt. Diese Lösung, die die ungestörte Entfaltung der heimischen Pflanzen unterstützt, ist auf der Insel einzigartig und hat eine lange Tradition. Die unterschiedlichen Landschaften mit ihrer Pflanzenvielfalt machen den Reiz der Insel aus und sollten unbedingt entdeckt werden. Es gibt mehrere Wanderpfade, die zumeist recht bequem zu bewerkstelligen sind.