Parco Archeologico della Neapoli Siracusa

File 152Der archäologische Park von Syrakus befindet sich auf dem Festland, im Stadtteil Neapolis (Neapoli), ein Name, der auf die griechischen Einwanderer zurückgeht, die hier ihre "neue Stadt" gründeten. In seinen wichtigsten Teilen ist das Areal seit 1955 für die Öffentlichkeit zugänglich.

4 antike Steinbrüche verteilen sich im ganzen Park, den ersten, Latomia del Paradiso, passiert man direkt nach dem Parkeingang. Mehr als 30 m tief in der Erde zeigt er, dass die Griechen damals ihren Kalkstein unterirdisch abbauten, da dieser durch Feuchtigkeit weicher und damit leichter zu bearbeiten war. Die unterirdischen Grotten waren einst überdacht, an einigen Stellen sind noch Pfeiler erhalten, die ursprünglich das Gewölbe trugen. Als um 415 v. Chr. die Athener mit ihrer 40 000 Mann starken Armee in Syrakus einfielen, endete dies in einem grausamen Gemetzel, bei dem die sieglosen Athener zum Teil in die Steinschluchten geschleudert, zum Teil als Arbeiter in die Steinbrüche verbannt oder in die Sklaverei verkauft wurden. In den Latomia del Paradiso öffnet sich zudem eine künstlich angelegte Grotte, die als das Ohr des Dionysios bekannt wude. Ihre Gestalt erinnert an ein menschliches Ohr und die Akustik darin wird um einiges vervielfacht. Unter dem Tyrannen Dionysios soll sie als Kerker gedient haben, er selbst nutzte das akustische Phänomen, um Gefangene an einer nichteinsehbaren Stelle belauschen zu können.

Rechts des Parkeingangs befindet sich eine kleine Kirche, S. Nicolò dei Cordari, ein Juwel aus dem 11. Jh., das gerne übersehen wird. Die Kirche birgt unter sich ein römisches, mit Pfeilern umstandenes Wasserbecken von 20 x 7 m, das zum Fluten des hinter der Kirche gelegenen römischen Amphitheaters (3. Jh.) diente. Die Verbindung war durch einen Kanal gewährleistet und somit konnten auch Seeschlachten präsentiert werden. Es war eines der grössten Amphitheater des Römischen Reiches. Seine Arena umgibt ein unterirdischer Gang, durch den die Gladiatoren und Tiere nach oben gelangten, auf dem Dach des Ganges befanden sich die Plätze hochrangiger Amtsinhaber, eine Ballustrade schützte sie gegen die Tiere. Reste der Ballustrade zeigen noch die eingemeisselten Namen der Platzbesitzer.

Links des Eingangs fällt direkt der gigantische Altar Hierons II. ins Auge, bis heute der grösste Opferaltar der Antike, der je ausgegraben wurde. Interessant ist, dass er einst aus dem Fels gehauen wurde, eine hochkomplizierte Bauleistung, die für die hellenistische Epoche charakteristisch ist. An Festtagen zu Ehren des Zeus Eleutherios wurden hier bis zu 450 Ochsen geopfert.

Das griechische Theater erblickt man schon unweit gegenüber des Eingangs. Es wurde ebenfalls aus dem Felsen gehauen und mit einer Höhe von nur knapp 20m ist es das flachste aller griechischen Theater. Neben Athen und Alexandria war Syrakus in der Antike berühmt für seine Theateraufführungen. Das Theater fasste 15 000 Menschen, die die Bühnenspektakel sichtlich genossen. Vor dem 3-stöckigen Bühnengebäude befand sich einst eine Holzbühne, unter der Theatermaschinen aufbewahrt wurden, die die Kulissen und szenischen Effekte an die Oberfläche katapultierten. In römischer Zeit wurde das Theater zu einer Arena für Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen umfunktioniert und baulich erweitert.