Parco Archeologico di Solunto

File 155Der archäologische Park von Solunt liegt an der Nordküste Siziliens, wenige Kilometer von Palermo entfernt. Hier wurde eine punische Siedlung ausgegraben, die in der Antike neben Palermo und Mozia zu den karthagischen Hauptzentren im Westen Siziliens gehörte. Solunt (griech. Solus) ist ein sehr empfehlenswerter Ausflug, denn überaus gut erhalten, vermittelt der Park ähnlich wie Pompeji oder Herkulaneum eine interessante Vorstellung vom Leben der Bevölkerung, die überwiegend punischer Herkunft war. Viele Reste der Siedlung befinden sich in dem angrenzenden Museum, bemerkenswert darin sind Informationen zu den alltäglichen Arbeiten wie die Herstellung von Keramik, dem Fischfang oder der Bestattung der Toten. Der grösste Teil der Ausgrabungen wird im Museo Archeologico Regionale in Palermo aufbewahrt.

Die heutige Siedlung an den steilen Hängen des Monte Catalfano entstand im 4. Jh. v. Chr., gegründet wurde Solunt allerdings schon im 8./7. Jh. v. Chr. unterhalb des Felssporns in der Hafenebene. Von dieser archaischen Gemeinde treten keine Überreste an die Oberfläche. Die Stadt des 4. Jh. v. Chr. erscheint als geplante Stadt mit einem orthogonalen Strassen- und Häuserblocksystem, das ungeachtet des ansteigenden und unebenen Geländes klar verwirklicht wurde. Die Grösse der Wohhäuser variiert zwischen 400 und 500 m². Die Räumlichkeiten gliedern sich um einen Innenhof, hier und da sind noch Treppenabsätze erhalten, die auf weitere Stockwerke weisen. Die Wohnräume in den grosszügig gestalteten Häusern waren nach Süden ausgerichtet, so dass sie sich durch die Sonne natürlich erwärmten. Die Wohnhauseingänge befanden sich in den Nebenstrassen.

Seit 254 v. Chr. war Solunt Herrschaftsgebiet des Römischen Imperiums, weshalb sein Erhaltungszustand heute überwiegend römisch ist. Die Innenräume waren alle mit schmuckreichen Bodenmosaiken und Wandmalereien ausgestattet, von denen noch einige erhalten sind. Jedes Haus hatte auf dem Dach eine eigene Zisterne, eine grosse, öffentliche Zisterne auf der Agora diente zusätzlich der Wasserversorgung, da die Bergkuppe des Monte Catalfano keine eigene Quelle besass. Ihre gigantischen Ausmasse vermitteln heute noch die Basen der 26 Säulen, die das Gewölbe der Zisterne trugen.

Trotz der Eingliederung in das Römische Reich blieb die Stadt ausgesprochen punisch. Ein sakraler Bau gelegen an der höchsten Stelle der Siedlung verblüfft mit labyrinthartig angelegten kleinen Räumlichkeiten, die typisch für punische Raumanlagen sind. Obwohl mit zwei Eingängen ausgestattet, führen diese jeweils vor eine Wand, vor der sich der Eintretende erst wiederum nach links oder rechts wenden musste, um dann schliesslich durch einen langen, verwinkelten und unüberschaubaren Gang zu den einzelnen, erneut mit eigenem Eingang ausgestatteten, heiligen Räumen zu gelangen. Egal, an welcher Stelle Sie sich in dieser gut dokumentierten punisch-römischen Siedlung aufhalten, Ihr Blick wir immer über die atemberaubende Landschaft der grünen Berghänge bis über das Meer und den Horizont führen.