Pelagische Inseln

File 287Südlich von Sizilien erstreckt sich die kleine Inselgruppe der Pelagischen Inseln. Sie besteht aus den 3 kleinen Inseln Lampedusa, Linosa und Lampione, wobei die letztgenannte unbewohnt ist. Lampedusa und Linosa sind von dem bei Agrigent befindlichen Hafen Porto Empedocle zu erreichen, in den Sommermonaten fliegen zudem Kleinflugzeuge von Palermo, Catania und anderen italienischen Städten nach Lampedusa. Zwischen den Inseln verkehren regelmässig Tragflügelboote. Da die Inselgruppe den südlichsten Teil Italiens bildet, ist es hier besonders heiss und regenarm. Das heisse Klima lässt zahlreiche Kakteenarten gedeihen, einige unter ihnen wachsen nur auf den Pelagischen Inseln und auf der nahe gelegenen Insel Malta. Auch die Fauna ist hier exklusiv – vom Aussterben bedrohte Karettschildkröten kommen regelmässig an die Strände Linosas, Lampedusas und den vorgelagerten Felssporn Isola dei Conigli (= Kanincheninsel) um dort ihre Eier abzulegen. Um das Überleben der Jungtiere zu schützen, wurde das Gebiet 2002 unter Naturschutz gestellt und der Naturpark Riserva Marina Isole Pelagie eingerichtet.

Wie die anderen Inselgruppen boten auch die Pelagischen Inseln in der Vergangenheit eine günstige geografische Lage für Militär- und Handelsstützpunkte. Der Name geht auf die Griechen zurück und bedeutet "hohe See". In jüngerer Zeit ist Lampedusa vor allem durch Flüchtlingsströme aus Nordafrika und Libyen in den Medien bekannt geworden. Tatsächlich existieren auf der Insel mittlerweile 2 Auffanglager, die allerdings die Masse an Menschen gar nicht mehr halten können. Insbesondere seit den Unruhen Anfang 2011 übersteigt die Flüchtlingsmenge die Kapazitäten. Diese Situation sowie Proteste der Einwohner und Zuwanderer, veranlassten die italienische Regierung zur Aufstellung eines Planes, der die illegale Immigration beschwichtigen soll, indem mittlerweile mehrere hundert Menschen nach Sizilien und auf das italienische Festland gebracht wurden.

Das Meer um die Inseln ist reich an Fischen, sogar Delphine und Wale können hier beobachtet werden. Tauchen und Schnorcheln gehört hier zu den beliebtesten Aktivitäten. Der Fischfang und die Landwirtschaft aber auch der steigende Tourismus bilden die Einnahmequelle für die Bewohner von Lampedusa und Linosa. Auf der bekanntesten und grössten Insel Lampedusa leben etwas weniger als 5000 Menschen, deren Anzahl verdoppelt sich in der Sommersaison, wenn die Touristen in den Hafen einlaufen oder auf dem kleinen Flugplatz landen. Das Inselinnere ist durch fehlende Wasserquellen und Rodungen ziemlich karg, die Siedlungen konzentrieren sich auf den Süden und Südosten der Insel. Dort befindet sich auch der Flugplatz, der Hafen und wunderschöne, naturbelassene Buchten mit feinem, hellen Sand sowie türkisfarbenem Wasser – ideal zum Sonnenbaden und schwimmen. Die Insel hat eine sehr gute touristische Infrastruktur, die Übernachtungsmöglichkeiten reichen von günstigen Unterkünften wie Bed&Breakfast bis zu anschaulich luxuriösen Villenappartements für Besucher, die höhere Preise nicht scheuen.

Linosa ist die vegetationsreichste unter den Pelagischen Inseln. Ihr vulkanischer Ursprung lässt endemische, also nur auf Linosa vorkommende Pflanzenarten wachsen. Ausserdem ist für Linosa die Mastixpflanze typisch, eine wilde Kapernpflanzenart, aus der nicht die Früchte, sondern das Harz gewonnen wird, sowie die Gattung der Opuntien, die mit über 180 Arten die reichste unter den Kakteengewächsen ist. Ausserdem bauen die Bewohner Wein, Linsen und Kapern an. Mit weniger als 500 Menschen, die ständig hier leben, ist die Insel ein wahrlich naturbelassener und idyllischer Ort um zu entspannen und die tropische Natur zu geniessen. Diverse Grotten und Höhlen machen Tauchgänge zu abenteuerlichen Expeditionen, nicht zuletzt sind auch die Einheimischen stolz darauf, dass das Wasser an ihren Küsten als das reinste und klarste im gesamten Mittelmeerraum gilt. Die touristische Infrastruktur hält sich stark in Grenzen, doch mit ein paar Shops, einer Apotheke und einigen Restaurants lässt es sich hier absolut entspannt eine kürzere oder längere Zeit verbringen. In den Sommermonaten erscheint die nur knapp 5 km² grosse Insel etwas überlaufen, der einzige, von feinem dunklen Sand geprägte Strand in der Bucht Cala di Pozzolana di Ponente erscheint dann eher geschäftig als idyllisch. Aus diesem Grund sind eher die Frühjahr- und Herbstmonate für einen entspannenden Besuch zu empfehlen, schliesslich herrschen auf dem Eiland in dieser Zeit noch immer angenehme sommerliche Temperaturen.