Mussomeli

File 143Mussomeli an der Südküste Siziliens ist ein kleines historisches Städtchen in der mit fruchtbarem Boden und Wasserreichtum begüteten Provinz Caltanissetta, knapp 95 km südlich von Palermo gelegen. Da die Erde hier seit jeher gut gedeiht, war die Gegend seit der frühen Bronzezeit ununterbrochen bewohnt. Eine bronzezeitliche Siedlung konnte unweit nordöstlich der Stadt entdeckt werden. Neben der Landwirtschaft und Viehzucht ist Mussomeli vor allem bekannt für seinen guten Ricotta-Käse.

Das heutige Mussomeli geht auf eine Gründung Manfred III. Chiaramonte aus der ersten Hälfte des 14. Jh. zurück, damals hiess die Stadt noch Manfreda. Bereits in den folgenden 100 Jahren setzte sich der jetztige Name durch, zweifelsohne ist er arabischen Ursprungs. In der Mitte des 16. Jh. wuchs Mussomeli dank Graf Cesare Lanza zur Residenzstadt und erfuhr dadurch eine rege Bautätigkeit – viele religiöse Orden siedelten sich hier an, wodurch nicht nur Kirchen, sondern auch einige Adelspaläste entstanden. Don Cesare Lanza, Baron von Trabia und Castani wurde 1563 zum Grafen von Mussomeli ernannt, die Lanza-Dynastie beherrschte die Gegend bis ins 19. Jh. hinein.

Die Altstadt von Mussomeli bewahrt eine ganz eigene und reizvolle Atmosphäre. Zwischen Barockbauten tummeln sich die für Mussomeli typischen handwerkllichen Geschäfte, welche diverse Korbwaren aus Schilf, sowie Holz- und Keramikprodukte zum Verkauf anbieten. Die Hauptkirche Mussomelis ist S. Maria dei Miracoli an der Via Lanza, eine schöne Barockkirche, welche die Marmorskulptur der Madonna dei Miracoli, der Schutzpatronin der Stadt, in ihrem Inneren aufbewahrt. An dieser Strasse erheben sich auch der prächtige Palazzo Trabia und die Kirche S. Maria dei Monti. Die gutbesuchte Piazza Umberto I. wird von der Kirche S. Francesco und dem ehemaligen Grafenpalast begrenzt. Ausserdem einen Besuch wert ist die Pfarrkirche S. Ludovico im Stadtteil Terravecchia aus dem 15. Jh., im Inneren stehen hochwertige Marmorstatuen des Bildhauers Bagnasco aus dem 16. Jh.

Der absolute Höhepunkt Mussomelis allerdings ist die Burg Manfreds III., unweit der Altstadt kann man diesen Adlerhorst auf einem spitz emporragenden Kalkfelsen bereits frühzeitig erblicken. Allein diese mittelalterliche Burganlage aus dem Jahre 1370 lässt manch Touristen aber auch Einheimischen extra in Mussomeli anreisen. Machtkämpfe unter den italienischen Adelsfamilien im 14. Jh. führten zu zahlreichen Errichtungen von Befestigungsanlagen auf der ganzen Insel. Durch ein reich mit Zickzackmustern geschmücktes Portal gelangt man in den auf mehrere ungewöhnlich grosse Säle aufgeteilten Innenraum, darunter sind die schönsten Sala dei Baroni und Sala dei Camino mit Kreuzgratgewölben ausgestattet. In der Burg befindet sich ausserdem eine gotische Kapelle, deren Baustrukturen älter als die Burg sind und darauf deuten, dass an dieser Stelle schon früher ein christliches Heiligtum stand. Bis ins 16. Jh. diente die Festung als Gefängnis, danach wurde sie verlassen und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder restauriert.