Stromboli

File 293Stromboli ist Europas aktivster Vulkan, im Durchschnitt spuckt er aller 20-40min glühendes Gestein und Gase in Form kleinerer oder auch grösserer Eruptionen aus, die teilweise in den Krater zurückfallen. Der konische Vulkangipfel ragt über 3000 m aus dem Meer heraus, was für eine Inselfläche von nur knapp 13 m² sehr ungewöhnlich ist. An der Nordwestseite der Insel befindet sich die "Sciara del Fuoco", eine natürliche, imposant wirkende Feuerrutsche, die die Lavaströme und Gestein, das nicht in den Krater abfällt, ins Meer leitet. Nur an wenigen Stellen ist die Insel besiedelt, mehrere dörfliche Siedlungen wie S. Vincenzo, S. Bartolo und andere im mit fruchtbarem Land ausgestatteten Nordosten haben zusammen etwas mehr als 500 Einwohner und werden geschlossen Stromboli genannt, das Örtchen Ginostra auf der gegenüberliegenden Seite der Insel hat nur ganze 30 Bewohner und verfügt wahrscheinlich über den kleinsten Hafen auf der ganzen Welt.

File 230Vom Gemeindezusammenschluss Stromboli liegt in 2 km Entfernung das Inselchen Strombolicchio, ein unbesiedelter Fels vulkanischen Ursprungs, den seit Beginn des 20. Jh. ein Leuchtturm ziert. Wanderungen in Richtung Vulkangipfel (nur bis 400 m Höhe erlaubt) beginnen in Stromboli und werden ausschliesslich von einem Führer begleitet. Beliebt ist der Aufstieg am späten Nachmittag, denn dann ist das einzigartige Schauspiel von emporschiessenden Feuerfontänen in der Dunkelheit besonders schön und kontrastreich zu sehen. Der Aufstieg ist nicht ganz einfach, tagsüber sollten Sie sich mit genügend Wasser und Sonnenschutz ausstatten. Abendlich hingegen kann es ziemlich kühl werden und an eine Taschenlampe sollte auch gedacht werden.

Mit einer Bootsfahrt rund um die Insel, z. B. nach Ginostra oder auch zum Strombolicchio, lernen sie die abwechslungsreiche Vegetation und die zerklüfteten Küsten der Insel kennen. Die schwarzen Strände von Stromboli sind ebenfalls sehr beliebt, besonders unter Besuchern, die Ruhe, etwas Einsamkeit und Entspannung suchen. Im Grossen und Ganzen ist Stromboli nicht sehr touristisch, es gibt wenige Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Einen grossen Bestandteil der Besucher bilden Wissenschaftler, die die vulkanischen Aktivitäten beobachten und eruieren. Trotzdem lebt die beinah autofreie Insel am einträglichsten vom Tourismus, der besonders anstieg, als der berühmte Regisseur Roberto Rosselini um 1949 das Drama "Stromboli, Terra di Dio" mit Ingrid Bergmann drehte. Neben der realistischen Darstellung der verarmten Bevölkerung der Insel werden auch dokumentarische Aufnahmen eines Vulkanausbruchs gezeigt.