Ustica

File 296Die 8 km² grosse Insel Ustica liegt in den Gewässern des Thyrrenischen Meeres etwa 65 km vor der Küste Palermos, von wo aus täglich mehrere Fähren auf die Insel übersetzen. Der Name Ustica leitet sich vom lateinischen ab und bedeutet "verbrannte (Erde)", was sich freilich auf den vulkanischen und 240 m hohen Monte Guardia dei Turchi bezieht. Den fruchtbaren Boden bewirtschaften die ca. 1300 Einheimischen mit Weinreben, Getreide, Zitruspflanzen und Olivenbäumen. Die unberührten Gewässer vor Usticas Küste sind Heimat unzähliger Fische und Krustentiere.

Taucher finden hier ein absolutes Unterwasserparadies vor – rund um die Insel gibt es ganze Korallengärten, die Grotta Azzura ist eine der schönsten Unterwasserhöhlen und vor der Cala Santa Maria wurden römische Ruinen und ein Schiffswrack entdeckt, die bei Tauchgängen erkundet werden können. Wer noch keinen Tauchschein besitzt, kann ihn in einer der vielen Tauchschulen auf Ustica erwerben. In den Monaten Juni und Juli ist Ustica ausserdem Standort einer alljährlichen Messe für Wassersportarten. Insbesondere Ökotouristen aber auch Meeresbiologen schätzen dieses als Riserva Naturale Marina Isola di Ustica unter Naturschutz gestellte Eiland, das als einziges in ganz Italien auch und vor allem das umliegende Meer einbezieht. Am Hafen kann man sich ein kleineres Boot mieten und damit die teils felsigen, teils mit pittoresken Höhlen und Grotten versehenen Küsten Usticas erkunden, die nur zu Wasser erreichbar sind. Für den reinen Strandurlaub gibt es zudem viele schöne Buchten im Osten der Insel.

Die kleinen Ortschaften Usticas beeindrucken mit ihren im wahrsten Sinne des Wortes malerischen Fassaden – eine jährliche Competition um die schönsten Fassaden inspiriert die Künstler von Ustica schon seit langem zu immer neuen Malereien mit einmaligen Landschaftsmotiven, Stillleben und Portraits. Unter den Bourbonen wurde die Insel im 17. Jh. zur Festung ausgebaut, Reste davon sind noch einige Wachtürme, die Torre di S. Maria, in denen heute das Archäologische Museum mit Keramik und anderen auf dem Meeresboden geborgenen Fragmenten der römischen Epoche untergebracht sind. Im Übrigen ist Ustica bereits seit der Antike legendär, denn der griechische Autor Homer (7. Jh. v. Chr.) verlagert in seinem Epos Odyssee die Heimat des einäugigen Zyklopen Polyphem in eine Höhle auf der Insel Ustica. So landete auch Odysseus mit seinen Gefährten auf der Insel, allerdings waren sie weniger willkommen als gewiss heute die Touristen. Der Zyklop nahm sie in Gefangenschaft, hatte schon den einen oder anderen Gefährten verspeist, und nur durch eine List und der Blendung des Polyphem konnte der Rest der Mannschaft entkommen und schliesslich weiter ihre mehrere Jahrzehnte andauernde Irrfahrt nach Hause, nach Ithaka, wieder aufnehmen.