Vulcano

File 299Die liparische Insel Vulcano verdankt ihren Namen ihrer grössten und abenteuerlichsten Attraktion – dem Vulkanberg von 391 m Höhe. Er gilt als aktiver Vulkan, bei seinem letzten grossen, beunruhigenden Ausbruch dauerte es beinah 2 Jahre, von 1888 bis 1890, bis er sich wieder beruhigte. Kein Lavastrom ergoss sich über die Insel, sondern der Gipfel des Berges wurde regelrecht weggesprengt. Bei den Explosionen wurden tonnenschwere Gesteinsblöcke des Kraters und dichte, schwarze Asche bis zu 3 km in die Umgebung geschleudert. Ein italienisches Forscherteam wurde damals eigens zu diesem Naturschauspiel ausgesendet, deren Forschungsergebnisse gelten als innovative Pionierleistung für die Vulkanologie.

Schon die Römer waren dem Inselberg ehrfürchtig ergeben und verliehen ihm den Namen Vulcanus – der römischen Gottheit des Feuers und des Schmiedehandwerks. Noch 2 weitere kleinere Vulkane erheben sich auf der Insel, darunter der Vulcanello, der sich erst am Ende des 2. Jh. v. Chr. aus dem Meer erhoben hat – auf uns gekommen durch den römischen Naturkundler Plinius d. Ältere, der für seine 37 Bücher umfassende Naturalis Historiae ältere Geschichtsschreiber durcharbeitete, aber auch selbst Naturschauspiele verfolgte – nicht zuletzt ist er das prominenteste Opfer des Vesuvausbruchs vom 24. August 79 n. Chr.

Für Touristen bietet die vulkanische, bergige Landschaft herrliche Ausblicke, interessante Gesteinsformationen und erholsame Strände mit schwarzem Sand. Wanderungen zum Krater dauern ca. 1 Stunde, da überall intensive Schwefeldämpfe aufsteigen, sollte man solch einen Ausflug relativ straff durchziehen und nicht allzuviel Zeit mit Warten oder Ausruhen verbringen. Desgleichen gilt für das grosse Schlammbecken in der Nähe des Hafens Porto di Levante, das eine Durchschnittstemperatur von ca. 35° C und heisser hat und wegen seiner heilenden, therapeutischen Wirkung bei vielen Besucher sehr beliebt ist. Krankheiten wie Athritis und Rheuma, aber auch bei Hautirritationen oder nur um eine geschmeidige, samtweiche Haut zu bekommen, sind die Gründe der Badenden. Nach der Schlammpackung wird sich im Meereswasser der "zweiten Haut" entledigt, Fumarolen am Strand, die sich einige Meter unter dem Meer fortsetzen, heizen das Meereswasser auf.